{"id":4159,"date":"2026-01-22T09:24:41","date_gmt":"2026-01-22T08:24:41","guid":{"rendered":"https:\/\/pfp.law\/?p=4159"},"modified":"2026-01-22T10:48:31","modified_gmt":"2026-01-22T09:48:31","slug":"neue-regeln-im-verwaltungsverfahren-welche-neuerungen-die-zup-i-novelle-ab-februar-2026-bringt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pfp.law\/de\/nachrichten\/neue-regeln-im-verwaltungsverfahren-welche-neuerungen-die-zup-i-novelle-ab-februar-2026-bringt\/","title":{"rendered":"Neue Regeln im Verwaltungsverfahren: Welche Neuerungen die ZUP-I-Novelle ab Februar 2026 bringt"},"content":{"rendered":"<h3><a href=\"https:\/\/pfp.law\/de\/unser-team\/#matevz-klobucar\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-4187 aligncenter lazyload\" data-src=\"https:\/\/pfp.law\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Klobucar-Matevz_13071292acrDone_pp-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" data-srcset=\"https:\/\/pfp.law\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Klobucar-Matevz_13071292acrDone_pp-300x200.jpg 300w, https:\/\/pfp.law\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Klobucar-Matevz_13071292acrDone_pp-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/pfp.law\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Klobucar-Matevz_13071292acrDone_pp-768x512.jpg 768w, https:\/\/pfp.law\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Klobucar-Matevz_13071292acrDone_pp-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/pfp.law\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Klobucar-Matevz_13071292acrDone_pp-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/pfp.law\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Klobucar-Matevz_13071292acrDone_pp-900x600.jpg 900w\" data-sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" style=\"--smush-placeholder-width: 300px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 300\/200;\" \/><noscript><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-4187 aligncenter\" src=\"https:\/\/pfp.law\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Klobucar-Matevz_13071292acrDone_pp-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/pfp.law\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Klobucar-Matevz_13071292acrDone_pp-300x200.jpg 300w, https:\/\/pfp.law\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Klobucar-Matevz_13071292acrDone_pp-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/pfp.law\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Klobucar-Matevz_13071292acrDone_pp-768x512.jpg 768w, https:\/\/pfp.law\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Klobucar-Matevz_13071292acrDone_pp-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/pfp.law\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Klobucar-Matevz_13071292acrDone_pp-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/pfp.law\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Klobucar-Matevz_13071292acrDone_pp-900x600.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/noscript><\/em><\/a><\/h3>\n<h3><em>Die mit der Novelle ZUP-I eingef\u00fchrten \u00c4nderungen des Allgemeinen Verwaltungsverfahrensgesetzes, die im Februar 2026 in Kraft treten, stellen eine tiefgreifende Reform des verwaltungsverfahrensrechtlichen Regelwerks dar. Die Novelle umfasst ein umfassendes B\u00fcndel an \u00c4nderungen, mit denen unter anderem zentrale Aspekte der Zustellung neu geregelt, neue verfahrensrechtliche Instrumente eingef\u00fchrt, der Ablauf von Verfahren vereinfacht sowie die Regelungen \u00fcber Entscheidungsfristen und Rechtsmittelfristen aktualisiert werden. Nachfolgend werden die wesentlichsten Neuerungen in knapper Form dargestellt.<\/em><\/h3>\n<p>Die umfangreichsten \u00c4nderungen betreffen die <strong>Zustellung von Schriftst\u00fccken<\/strong>. Die Novelle unterscheidet dabei zwischen verschiedenen Arten von Schriftst\u00fccken, insbesondere danach, ob durch deren Zustellung der Lauf einer Frist zur Aus\u00fcbung eines Rechtsmittels oder eines sonstigen Verfahrensrechts ausgel\u00f6st wird.<\/p>\n<p>F\u00fcr <strong>Schriftst\u00fccke, mit deren Zustellung eine Frist zu laufen beginnt<\/strong> (zB Bescheide, Beschl\u00fcsse, Verbesserungsauftr\u00e4ge), bleibt die pers\u00f6nliche Zustellung aufrecht. Kann der Empf\u00e4nger nicht angetroffen werden, hinterl\u00e4sst der Zusteller das Schriftst\u00fcck im Briefkasten oder an der Wohnungst\u00fcr; die Zustellung gilt in diesem Fall am siebenten Tag nach dem Tag des Hinterlassens der Verst\u00e4ndigung oder des Schriftst\u00fccks als bewirkt. Damit wird die bisherige Zustellfiktion von 15 Tagen auf 7 Tage verk\u00fcrzt. Bei erfolgloser pers\u00f6nlicher Zustellung an nat\u00fcrliche Personen erfolgt somit keine Hinterlegung bei der Post mehr; die Zustellung wird an der Abgabestelle abgeschlossen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Zustellung von <strong>Schriftst\u00fccken, mit deren Zustellung keine Frist zu laufen beginnt<\/strong> (zB verschiedene Mitteilungen, Ladungen, blo\u00dfe Informationsschreiben), gelten andere Regeln. Solche Schriftst\u00fccke k\u00f6nnen unpers\u00f6nlich durch einfaches Einlegen in den Briefkasten des Empf\u00e4ngers zugestellt werden. In diesem Fall gilt die Zustellung bereits an dem Tag als erfolgt, an dem das Schriftst\u00fcck tats\u00e4chlich hinterlassen wurde; eine Zustellfiktion kommt nicht zur Anwendung.<\/p>\n<p>F\u00fcr juristische Personen und Einzelunternehmer st\u00e4rkt die Novelle dar\u00fcber hinaus die <strong>Verpflichtung zur elektronischen Zustellung<\/strong> \u00fcber ein sicheres elektronisches Postfach, w\u00e4hrend die elektronische Zustellung f\u00fcr nat\u00fcrliche Personen weiterhin freiwillig bleibt.<\/p>\n<p>Die Novelle f\u00fchrt zudem das Institut der <strong>Informationsentscheidung<\/strong> ein, das in gewissem Umfang das bisherige Verfahren der vorherigen Verst\u00e4ndigung der Partei \u00fcber die f\u00fcr die Entscheidung ma\u00dfgeblichen Tatsachen und Umst\u00e4nde ersetzt. Eine Informationsentscheidung enth\u00e4lt einen Spruch, eine Begr\u00fcndung sowie eine Rechtsmittelbelehrung und er\u00f6ffnet der Partei die M\u00f6glichkeit, innerhalb einer bestimmten Frist Einwand zu erheben. Wird kein Einwand erhoben, erw\u00e4chst die Informationsentscheidung in Rechtskraft. Wird hingegen ein Einwand erhoben, setzt die Beh\u00f6rde das Verfahren fort und entscheidet entweder durch Erlassung einer neuen Informationsentscheidung oder durch Erlassung einer endg\u00fcltigen Entscheidung.<\/p>\n<p>Die ZUP-I-Novelle f\u00fchrt weiters die M\u00f6glichkeit ein, eine <strong>Entscheidung ohne Begr\u00fcndung<\/strong> zu erlassen. Dies stellt einen Bruch mit dem bisherigen Grundsatz dar, wonach jede verwaltungsbeh\u00f6rdliche Entscheidung \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob dem Antrag der Partei vollinhaltlich stattgegeben wurde \u2013 zu begr\u00fcnden war. Nach der neuen Rechtslage kann die Beh\u00f6rde von einer Begr\u00fcndung absehen, wenn dem Antrag der Partei zur G\u00e4nze stattgegeben wird und die Entscheidung keine Rechte oder rechtlichen Interessen anderer Personen ber\u00fchrt.<\/p>\n<p>Gleichzeitig sieht ZUP-I eine Absicherung der Rechtsposition der Partei vor: Verlangt die Partei eine Begr\u00fcndung, hat die Beh\u00f6rde diese innerhalb der gesetzlichen Frist nachzureichen. Die nachtr\u00e4glich erlassene Begr\u00fcndung gilt als integrierender Bestandteil der Entscheidung; die Frist zur Erhebung eines Rechtsmittels beginnt erst mit deren Zustellung zu laufen.<\/p>\n<p>Hinsichtlich der Entscheidungsfristen beh\u00e4lt ZUP-I die <strong>allgemeine Zweimonatsfrist<\/strong> f\u00fcr die Erlassung einer Entscheidung \u2013 beziehungsweise eine einmonatige Frist im Fall eines vereinfachten Ermittlungsverfahrens \u2013 bei, l\u00e4sst jedoch ausdr\u00fccklich eine Verl\u00e4ngerung um bis zu zwei weitere Monate in besonders komplexen F\u00e4llen zu. Die Beh\u00f6rde hat die Partei \u00fcber eine solche Fristverl\u00e4ngerung zu informieren.<\/p>\n<p>Eine wesentliche \u00c4nderung betrifft auch die Rechtsmittelfrist, die von bisher 15 auf nunmehr 21 Tage verl\u00e4ngert wird. Die verl\u00e4ngerte Rechtsmittelfrist gilt f\u00fcr den \u00fcberwiegenden Teil verwaltungsbeh\u00f6rdlicher Entscheidungen und steht in systematischem Zusammenhang mit der verk\u00fcrzten Zustellfiktion.<\/p>\n<p>Da die einzelnen Neuerungen in der Verwaltungspraxis zwangsl\u00e4ufig ineinandergreifen und neue Fragen ihrer Anwendung aufwerfen werden, kommt einem umfassenden Verst\u00e4ndnis des Gesamtzusammenhangs sowie der Wechselwirkungen der einzelnen \u00c4nderungen besondere Bedeutung f\u00fcr das korrekte Vorgehen in konkreten Verwaltungsverfahren zu. In der kommenden Zeit wird es daher besonders wichtig sein, die Anwendung des neuen Rechtsrahmens aufmerksam zu beobachten und offene verfahrensrechtliche Fragen, die sich aus der Praxis ergeben, zeitnah zu kl\u00e4ren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die mit der Novelle ZUP-I eingef\u00fchrten \u00c4nderungen des Allgemeinen Verwaltungsverfahrensgesetzes, die im Februar 2026 in Kraft treten, stellen eine tiefgreifende Reform des verwaltungsverfahrensrechtlichen Regelwerks dar. 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